Was verbirgt sich hinter diesen gesetzlichen Umlagen und Abgaben?

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Die Bundesregierung unterstützt die Energiegewinnung aus Wind, Sonne, Wasser, Biomasse oder Erdwärme mit Hilfe des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Erklärtes Ziel ist es, die Treibhausemissionen bis zum Jahre 2050 um mindestens 80 % zu reduzieren. Erhebliche Mengen an klimaschädlichem Kohlendioxid werden durch die Nutzung erneuerbarer Energien eingespart. Außerdem werden hierdurch fossile Energieressourcen geschont. Besitzer von Anlagen zur Produktion erneuerbarer Energien erhalten die Garantie, dass der Strom zu einem bestimmten, festgelegten Preis abgenommen wird. Dies nennt man die EEG-Vergütung. Gekauft wird der EEG Strom von Verteilnetzbetreibern. Diese nehmen den Strom in ihr Netz auf und zahlen für jede eingespeiste Kilowattstunde die EEG-Vergütung an den Betreiber der Erneuerbaren-Energien-Anlage. Der Verteilnetzbetreiber leitet den eingespeisten Strom wiederum an den Betreiber des überregionalen Übertragungsnetzes weiter und erhält von diesem die EEG-Vergütung zurück. Die weitergeleiteten Strommengen werden vom Übertragungsnetzbetreiber an der Börse verkauft. Da die daraus erzielten Erlöse jedoch niedriger sind als die gezahlte EEG-Vergütung, ist hier eine zusätzliche Finanzierung notwendig. Der Gesetzgeber hat somit veranlasst, dass Stromanbieter wie wir - Ihre Stadtwerke Bietigheim-Bissingen - bei Ihnen als unserem Endkunden, eine EEG-Umlage erheben müssen. Diese wird dann wiederum von uns an den Übertragungsnetzbetreiber weitergegeben. Diese Umlage ist bundesweit einheitlich festgelegt.

(6,24 ct/kWh (2014) auf 6,170 ct/kWh (2015) pro Kilowattstunde)

Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWK-G)

Das KWK-G dient der Förderung der Stromerzeugung aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung. Ähnlich wie beim EEG erhalten Betreiber von KWK-Anlagen einen bestimmten festgelegten Preis für 1 kWh erzeugten Strom. Die Mehrkosten des Übertragungsnetzbetreibers werden auch hier durch die KWK-Umlage auf alle Endkunden umgelegt.

  • 19 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV)

Stromintensive Industrieunternehmen mit einer bestimmten Höhe an Verbrauch werden auf Antrag von den Netzentgelten befreit. Ziel ist es, diese Unternehmen finanziell zu entlasten, um deren Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Die dadurch entgangenen Erlöse werden wieder, ähnlich wie bei der KWK-Umlage, auf jeden einzelnen Kunden umgelegt.

Offshore-Haftungsumlage (§ 17 EnWG)

Mit der 2013 eingeführten Offshore-Haftungsumlage möchte die Bundesregierung die Risiken beim Netzanschluss von Windkraftanlagen auf hoher See begrenzen. Wenn die Anlage des Betreibers durch Probleme am Netzanschluss keinen Strom ins Netz einspeisen kann, sollen die zu leistenden Entschädigungszahlungen durch die Umlage refinanziert werden.

Umlage für abschaltbare Lasten (§18 AbLaV)

Zum 01.01.2014 trat die Umlage für abschaltbare Lasten nach §18 AbLaV (Verordnung über Vereinbarungen zu abschaltbaren Lasten) in Kraft. Diese dient der Deckung von Kosten abschaltbarer Lasten, sodass sowohl die Netz- als auch Systemsicherheit aufrechterhalten werden können. Die Belastungsgrenzen gemäß § 9 Abs. 7 Satz 2 und 3 KWKG finden dabei keine Anwendung - demnach wird die Umlage für alle Letztverbraucher in der gleichen Höhe erhoben.

Stromsteuer, Konzessionsabgabe und Mehrwertsteuer

Weitere Elemente sind die Stromsteuer, Konzessionsabgaben sowie die Mehrwertsteuer. Während die Stromsteuer durch das Stromsteuergesetz geregelt wird, handelt es sich bei der Konzessionsabgabe um eine vom Stromanbieter an die Städte und Gemeinde zu leistende Abgabe. Zur Belieferung des Endverbrauchers müssen Stromnetze erstellt werden, welche i.d.R. über öffentliche Grundstücke führen. Zudem fällt auf den Strompreis auch die gesetzlich festgelegte Mehrwertsteuer an, die derzeit bei 19 Prozent liegt.

Gesetzliche Umlagen und Abgaben ab dem 1. Januar 2016

Zu Beginn des Jahres 2016 ändert sich die Höhe der gesetzlichen Umlagen und Abgaben, die in Ihrem Strompreis enthalten sind. Auf die Höhe dieser Umlagen haben wir als Energieversorger leider keinen Einfluss. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir vertragsgemäß die gesetzlichen Änderungen an Sie weitergeben müssen.

Die in der Tabelle aufgeführten Umlagen und Abgaben werden in Ihrer Abrechnung berücksichtigt. Damit für Sie ersichtlich ist, welcher Teil Ihres Strompreises für die Förderung der Energiewende eingesetzt wird, weisen wir alle Umlagen separat auf Ihrer Rechnung aus.

Veränderungen der einzelnen Umlagen und Abgaben:

 20152016Differenz
Umlagen und Abgaben  
EEG-Umlage 7,342 Ct / kWh
(6,170 Ct / kWh netto)
7,561 Ct / kWh
(6,354 Ct / kWh netto)
+ 0,219 Ct / kWh
(+ 0,184 Ct / kWh netto)
KWK-Zuschlag* 0,302 Ct / kWh
(0,254 Ct / kWh netto)
0,530 Ct / kWh
(0,445 Ct / kWh netto)
+ 0,228 Ct / kWh
(+ 0,125 Ct / kWh netto)
Umlage nach §19 StromNEV 0,282 Ct / kWh
(0,237 Ct / kWh netto)
0,450 Ct / kWh
(0,378 Ct / kWh netto)
+ 0,168 Ct / kWh
(+ 0,141 Ct / kWh netto)
Offshore-Haftungsumlage* - 0,061 Ct / kWh
(- 0,051 Ct / kWh netto)
0,048 Ct / kWh
(0,040 Ct / kWh netto)
+ 0,108 Ct / kWh
(+ 0,091 Ct / kWh netto)
Umlage für abschaltbare
Lasten
0,007 Ct / kWh
(0,006 Ct / kWh netto)
keine Erhebung** - 0,007 Ct / kWh
(- 0,006 Ct / kWh netto)
Summe     + 0,637 Ct / kWh
(+ 0,535 Ct / kWh netto)

Alle fett gedruckten Werte sind in brutto ausgewiesen. Sie werden aus den Nettopreisen errechnet und sind auf 3 Stellen nach dem Komma gerundet.

 

* Sollte die geplante Novelle des KWK-G zum 1. Januar 2016 in Kraft treten, können sich die Umlagensätze für den KWK-Zuschlag und die Offshore-Haftungsumlage noch ändern.

** Die Verordnung zur Erhebung der Umlage für abschaltbare Lasten läuft zum Jahresende 2015 aus. Bislang liegt keine neue Verordnung vor. Somit erfolgt bis auf weiteres keine Erhebung der Umlage.

Mehr Informationen zu den gesetzlichen Umlagen und Abgaben finden Sie auch auf der Internetseite www.netztransparenz.de.